Uni

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Was so passieren kann ...

... im Lizjahr.

Ich musste gestern in meinem Projekt meine fast abgeschlossene Lizarbeit präsentieren. Im Voraus war ich ziemlich nervös, weil ich gehört habe, dass Projektmitglieder ganz schön kritisch sein können. Als ich eine Freundin von meinen Befürchtungen erzählt habe, meinte diese:

Eine Freundin eines Freundes musste an der Uni ihre Lizarbeit vorstellen. Einige Studis waren wohl überkritisch und haben ihre Arbeit und ihre Thesen sozusagen auseinandergenommen. Folge: Sie brach ihr Studium ab. (Zur Verdeutlichung: Nachdem sie wahrscheinlich ungefähr 10 Semester studiert hat, brach sie ihr Studium kurz vor den Prüfungen, mit praktisch abgeschlossener Arbeit ab.)

Andere schlimme Vorkommnisse während des Lizjahres:

Einer Freundin starben kurz nacheinander beide Kaninchen, dann machte auch noch ihr Freund mit ihr Schluss.

Eine Freundin eines Freundes musste sich kurz vor den Abschlussprüfungen notfallmässig die Augen operieren lassen und sah danach zwei Wochen nix. Die Prüfungen hat sie dann (wohl aus Mitleid) nur knapp bestanden.

Einer Studentin wurde der Laptop mit der fertigen Lizarbeit darauf geklaut. Sicherungskopien hatte sie zwar, die waren aber auf dem USB-Stick, der in der gleichen Tasche war wie der Laptop. (Also auch weg.)

Einem Interviewpartner, als er ganz neu in Israel war, wurde der Computer geklaut, mit allen Laborergebnissen darauf, die er für seine Diss brauchte. Sicherungskopien gab's damals noch keine.

Jaja, über solche Sachen sollte man sich keine Gedanken machen.

Aber vielleicht sollte ich mal wieder eine Sicherungskopie meiner Arbeit machen. ;-)

Samstag, 28. März 2009

So

Ich habe nun alle Unterschriften für meine Lizanmeldung zusammen, jetzt fehlen mir nur noch die Latinumbescheinigung und die Kopie meines Matura(=Abitur)zeugnisses. In den vergangenen Tagen hatte ich fünf Sprechstunden bei fünf verschiedenen Professorinnen und Professoren, ich habe mehrere Male die nette und kompetente Frau vom Dekanat besucht, meinen Dozenten mit meinen Problemen belästigt, aber es hat sich gelohnt.

Der Flug ist gebucht, am nächsten Mittwoch geht's los. Ich werde dann voraussichtlich bis Anfang Oktober in Israel sein und an meiner Lizentiatsarbeit schreiben.

Falls jemand Adressen von interessanten jüdischen Einwanderer in Israel mit Schweizer Wurzeln hat, die ich für meine Arbeit interviewen könnte: Ich wäre sehr interessiert! ;-)

Dienstag, 24. März 2009

Exkursion

Am Sonntag war ich mit einer kleinen Gruppe Studierender des Instituts für Jüdische Studien sowie weiteren Studierenden, die entfernt was mit unserem Institut zu tun haben und zwei Begleitpersonen, auf Exkursion.

Die Exkursion hat uns ins Elsass geführt, wo wir zuerst einen alten jüdischen Friedhof anschauen gegangen sind. Der "Israelitische Friedhof zu Rosenwiller" ist der grösste Friedhof im Elsass, Juden aus der ganzen Region haben dort ihre Verstorbenen beerdigt. Infos und Bilder gibt's unter diesem Link.

Der Friedhof ist historisch äusserst spannend. Er besteht schon seit dem 14. Jahrhundert, auch wenn keine Grabsteine aus dieser Zeit mehr zu finden sind. An den anderen Grabsteinen lässt sich die jüdische Geschichte überraschend genau ablesen: Die ältesten Grabsteine sind ausschliesslich auf Hebräisch gehalten. Mit der Zeit der Judenempanzipation in Frankreich änderte sich dies jedoch, immer mehr Grabsteine haben französische Inschriften. Auch die Zeit, als das Elsass von Deutschland besetzt war, zeigt sich an den Grabsteinen - es sind da nämlich auch Grabsteine mit deutscher Inschrift zu finden.

Ich hatte irgendwann genug gesehen auf dem Friedhof (wir hatten viel Zeit zur Verfügung, um anzuschauen, was wir anschauen wollten) und hab mich nach einer Weile auf eine Bank im Wald vor dem Friedhofseingang gesetzt und habe einfach die Stille genossen. Ein wenig später kam mein Dozent und setzte sich zu mir. Ich muss wohl - ungewollt - ein bisschen einsam oder verzweifelt ausgesehen haben, denn er sagte zu mir: "Gell, Sabina, du musst dir wirklich keine Gedanken machen wegen deiner Lizanmeldung und allem, das wird schon!" (Ich bin momentan tatsächlich sehr gestresst wegen meiner Lizanmeldung, ich habe mich diese Woche bereits mit zwei Professoren getroffen deswegen, und ich sollte, bevor ich nach Israel fliege, noch zu drei weiteren in die Sprechstunde gehen - aber ich habe da auf der Bank sitzend wirklich nicht an irgendwelche Probleme gedacht, auch wenn mich das natürlich beschäftigt. Äusserst nett und aufmerksam find ich die Bemerkung meines Dozenten trotzdem.)

Danach ging unsere Exkursion weiter ins benachbarte Rosheim. Dort besichtigten wir die Peter- und Paulskirche. Diese Kirche ist sehr schön (auf dem Wikipedia-Link gibt's ein Bild davon), aber auch ein bisschen problematisch. Auf dem Dach der Kirche, an prominenter Stelle, sitzt nämlich eine Statue eines jüdischen Wucherers. Solche antisemitischen Statuen in oder an Kirchen waren früher beliebt. Im Basler Münster beispielsweise befand sich die so genannte Judensau, die aber unerklärlicherweise seit Jahren restauriert wird. In Strasbourg steht die Statue der Synagoga, eine Frau mit verbundenen Augen als Zeichen der Blindheit des Judentums. Und eben, in Rosheim der jüdische Wucherer.

Ebenfalls in Rosheim sind wir die Synagoge besichtigen gegangen, die heute jedoch nicht mehr in Gebrauch ist, weil es in Rosheim keine funktionierende jüdische Gemeinde mehr gibt.

Von Rosheim führte unser Weg in die Vogesen, zum ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Ich war vor drei oder vier Jahren schon einmal mit einem Seminar dort, in der Zwischenzeit hat sich einiges verändert.

Was mich wirklich wirklich ge- und verstört hat, ist, dass das ehemalige Hotel Struthof wieder in Betrieb ist. Dazu ein paar Informationen:

In dem KZ gab es eine Gaskammer. Es war zwar kein Vernichtungslager im eigentlichen Sinn (wie beispielsweise Auschwitz), sondern ein Arbeitslager, wobei aber klar war, dass die Arbeit ebenfalls eine Art der Vernichtung ist. Vernichtung durch Arbeit, nennt mein Dozent dies. In Natzweiler-Struthof wurden medizinische Experimente durchgeführt, deswegen die Gaskammer. Dort wurden pseudowissenschaftliche Tests gemacht, u.a. mit Kampfgasen.

Die Gaskammer diente aber noch einem anderen Zweck. "Wissenschaftler" der Reichsuniversität Strassburg beantragten 150 gut erhaltene Körper von Juden, die sie für "anatomische Studien" benötigten. 86 Juden wurden deswegen von Auschwitz nach Natzweiler-Struthof gebracht und dort vergast. (Kürzlich wurden ein Buch zu dem Thema geschrieben, weil die Namen dieser bisher namenlosen Opfer durch lange Recherche bekannt wurden: Die Namen der Nummern - Wie es gelang, die 86 Opfer eines NS-Verbrechens zu identifizieren.

Diese Gaskammer wurde in der Küche des ehemaligen Hotels Struthof angelegt (das Hotel war damals schon nicht mehr in Betrieb), welche sich auf der anderen Strassenseite gegenüber des Hotels befand. Vor vier Jahren, als ich zuletzt da war, war dieses Hotel nicht in Betrieb. Heute ist dort wieder ein Restaurant.

Ich bin also aus der Gebäude mit der Gaskammer rausgekommen und sah vor mir ein Restaurant mit übergrosser Bierwerbung.

Ich habe mich zweierlei gefragt:

Wer geht in ein Restaurant, welches sich an einem so belasteten und belastenden Ort befindet?

Wer kommt auf die Idee, an einem solchen Ort ein Restaurant zu eröffnen?

Es ist unmöglich, dass man dorthin kommt und nicht weiss, wo man sich befindet, in der Nähe des KZ stehen Schilder an der Strasse, die um Ruhe bitten und auf die Bedeutung des Orts hinweisen.

Ich fand das sehr seltsam, wir haben das auch ausführlich innerhalb der Gruppe diskutiert.

Mal schauen, ob ich später noch Zeit finde, mehr dazu zu schreiben, z.B. zur Erinnerungskultur der Franzosen.

Freitag, 6. Februar 2009

Dingserklärung - Update

Ich komme heute Morgen ins Büro, mein Chef sitzt an seinem Pult.

Ich: Hast du die Arbeit schon angeschaut?

Er: Nein, hatte noch keine Zeit.

Ich: Hast du auch keinen Blick reingeworfen?

Er: Doch, das hab ich!

Ich: Ist dir etwas Ungewöhnliches aufgefallen?

Er: Nein. Naja, etwas, aber ich nehme an, das habt ihr absichtlich gemacht.

Ich: Was denn?

Er: Dingserklärung. *und lacht*

;-)

Donnerstag, 5. Februar 2009

Dingserklärung

An meiner Uni muss neuerdings jeder Seminararbeit eine Ehrlichkeitserklärung angehängt werden.

Hiermit erkläre ich, die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne Beizug unerlaubter Hilfsmittel verfasst zu haben. Insbesondere habe ich alle Textpassagen und Gedankengänge, die nicht von mir stammen, als Zitate ausgewiesen und mit Quellenangaben belegt.
Ort, Datum und Unterschrift


Da ich beim Erstellen des Inhaltsverzeichnis gerade nicht präsent hatte, wie diese Erklärung heisst, habe ich beim provisorischen Entwurf "Dingserklärung" hingeschrieben.

Das Inhaltsverzeichnis haben wir dann überarbeitet, die Seitenzahlen eingefügt, die Titel überprüft - aber offensichtlich nicht genau genug.

Jetzt steht da nämlich in der ausgedruckten, gebundenen und abgabefertigen Seminararbeit: Dingserklärung.

Wir haben sie jetzt trotzdem so abgegeben. :D

Dienstag, 25. März 2008

... muss krankheitsbedingt leider ausfallen

Sehr geehrte Frau X.

Die Vorlesung morgen, Mittwoch 26.3. muss krankheitsbedingt leider ausfallen.

Mit freundlichen Grüssen

J.M.


Da bin ich doch froh, dass ich diese Mail heute noch gekriegt habe. Sonst wär ich doch glatt vergebens für zwei Stunden Vorlesung in die Schweiz gefolgen. :D

Sonntag, 21. Oktober 2007

Hörer an der Uni Basel

Ein netter Artikel zum "Hörer-Problem" wurde im Magazin veröffentlicht.

Nachzulesen ist er hier.

Hier ein Ausschnitt:

Jacques Picard ist Professor für Geschichte und jüdische Studien an der Universität Basel, und schlimm ist es bei ihm deshalb, weil jede Menge betagte Hörerinnen und Hörer in seine Vorlesungen und Seminare strömen. Dort machen sie sich auf den besten Plätzen breit, stellen dumme Fragen und monologisieren pausenlos.

Genau so ist es. Leider.

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Porto - 31. Okt, 19:14

Ich lese, ich las, ich werde oder würde lesen:

Was ich höre oder bald hören werde:


Eric Berman
I


Erik Berman
II


HaChaverim shel Natasha
Live

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