Politik

Montag, 20. April 2009

Jaja, Israel hat seinen Botschafter zurückgerufen

... weil sich Hans-Rudolf Merz mit Ahmadinejad getroffen hat, dies ausgerechnet am Tag vor dem israelischen Holocausterinnerungstag.

Was hat der Herr Merz dem Ahmadinejad eigentlich so erzählt, weiss das jemand? (Ich bin gerade zu faul zum Googlen.) Das hier klingt ja schon mal nicht so schön:

Merz described the presence of Ahmadinejad at the Durban II conference as a good chance to discuss ways to mature bilateral ties as well as regional and international cooperation, according to the Iranian Student News Agency.

Quelle.

Schön finde ich hingegen, dass sich eine Reihe von Ländern entschlossen hat, Durban II zu boykottieren. Aber die Schweiz will ja trotzdem hingehen.

Montag, 16. März 2009

Gute Nachrichten - "Durban II"

Nachdem schon Israel, die USA und Kanada gesagt haben, dass sie nicht an der zweiten Anti-Rassismus-Konferenz (Durban II als Fortsetzung von Durban I) teilnehmen wollen, überlegt es sich nun doch auch die EU, da vielleicht doch nicht wieder mitzumachen:

Es ist eigentlich ein nobles Ziel: Vom 20. bis 25. April veranstaltet die Uno in Genf ihre zweite Anti-Rassismus-Konferenz. Doch die Tagung droht wie schon die Premiere 2001 im südafrikanischen Durban zum Tribunal gegen einen Staat zu werden: Israel. Das zumindest legt der bisherige Abschlussentwurf nahe, der maßgeblich von Staaten wie Iran, Libyen und Pakistan verfasst wurde.
Die USA, Kanada und Israel haben aus Protest bereits abgesagt - jetzt droht auch die Europäische Union mit Boykott.


Und:

Nach derzeitigem Stand würde das 60 Seiten starke Abschlusspapier nur einen Staat explizit verurteilen: Israel. Der jüdische Staat wird als alleiniger Aggressor im Nahostkonflikt dargestellt und der "Folter", "Apartheid" und "Menschenrechtsverbrechen" bezichtigt. Andere Krisenherde oder konkrete Menschenrechtsverletzungen finden sich in dem Papier bislang nicht.

Quelle: SpiegelOnline, mehr dazu dort.

In der Schweiz ist man leider noch nicht soweit, wie dieser Blogeintrag von WADIblog zeigt.

Mittwoch, 20. August 2008

Die erste Medaille ...

... für Israel gab's heute, Mittwoch, im Surfen.

Israel ist damit gleichauf mit Iran, ebenfalls eine Bronzemedaille.

Ich frage mich ja immer noch, wieso der Iran überhaupt an den olympischen Spielen teilnehmen darf, werden doch die Sportler immer ganz seltsamerweise furchtbar krank, wenn sie gegen einen israelischen Sportler antreten sollen.

Bisher dachte ich ja, dass das nicht erlaubt ist, aber offensichtlich ist das IOC auf einem Auge blind.

Montag, 28. Juli 2008

Gute Neuigkeiten

Haaretz schreibt heute, dass Israel endlich eingelenkt hat und den Sicherheitszaun auf einer Länge von 2.4 Kilometer in der Nähe von Qalqiliya zu versetzen und somit 2600 dunam (das metrische Dunam entspricht 1000 m². Es wird in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten [...] verwendet) Land an seine palästinensischen Besitzer zurückgeben wird.

Der Sicherheitszaun wird somit auf die Grüne Linie versetzt, wie das Höchste Gericht in Israel schon lange verlangt hatte.

Der Grund dafür ist, dass der ursprüngliche Verlauf des Zauns im Raum Qalqiliyas nicht aufgrund Sicherheitsüberlegungen so geplant wurde, sondern um Siedlungen auszubauen. Offensichtlich hat sogar der oberste Befehlshaber der IDF, Gabi Ashkenazi, gegen den Zaunverlauf protestiert:

But Ashkenazi, who was appointed in February 2007, was outraged when he later discovered that the real reason for the original route was not security needs, but rather plans to set up a new neighborhood north of Tzufin. He told Peretz at the time that he no longer wanted IDF officers defending the fence's route in court. The route is a political issue, he argued, and therefore, it must be determined by the government.

Quelle.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sage ich.

Freitag, 30. Mai 2008

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Die Geschichte von Mohammed Al-Dura ging um die Welt. Ein unschuldiger Junge, der in einer Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern getötet wurde - gemäss damaligen Mediengerichten waren daran die Israelis schuld.

Mit der Zeit wurden immer mehr Zweifel an dieser Version geäussert, vorerst vor allem in der Bloggerszene, dann aber auch in israelischen und französischen Medien. Kürzlich gab's ein Gerichtsurteil dazu, dass ein französischer Journalist weiterhin sagen darf, dass diese Szenen um den Tod von Mohammed inszeniert waren und das französische Fernsehen ohne zu hinterfragen gefakte Aufnahmen verwendet hat, und dass eben diese Aussage NICHT als Verleumdung gilt.

Diese Diskussion hat nun - ich staune - auch 20min erreicht.

Hier der Artikel: http://www.20min.ch/news/ausland/story/14871264

Samstag, 24. Mai 2008

Böses Israel

Ich habe gerade einen Artikel von "Das Magazin" gefunden, der ziemlich genau beschreibt, wie ich die Schweizer Medien in Bezug auf ihre Israelberichterstattung wahrnehme.

Nachzulesen hier.

Im Artikel wird die Untersuchung eines Marktforschungsinstituts zitiert:

Die Tendenz der Berichterstattung von SF DRS hat das unabhängige Medienforschungsinstitut Media Tenor von Januar 2007 bis März 2008 untersucht. Dessen Inhaber Roland Schatz kommt zum Schluss: «Die Auslandsberichterstattung des Schweizer Fernsehens ist überwiegend kritisch geprägt – wie auch in anderen Ländern. In den Beiträgen aus Israel werden knapp dreissig Prozent aller Protagonisten negativ dargestellt, positiv nur neun Prozent.»

Und zu meiner Lieblingsbundesrätin Calmy-Rey heisst's:

Ähnlich wie bei der Politik unserer Aussenministerin Calmy-Rey geht es bei vielen Nahost-Beiträgen angeblich um die Menschrechte. Nur: Wenn in Darfur im Sudan Menschen niedergemetzelt werden, in Tschetschenien russische Staatsgewalt betrieben, in arabischen Diktaturen Menschen ermordet und gefoltert werden, fragt man sich, weshalb vor allem Israel Schlagzeilen macht.

Mich hat überrascht, diesen Artikel im Magazin zu finden. Weniger überrascht hingegen hat mich dann die Nachbemerkung:

Anmerkung: Nachdem in der Diskussion zu diesem Artikel widerrechtliche und rassistische Aussagen getroffen wurden, musste sie geschlossen werden. “Das Magazin” bittet jene Mehrzahl der Diskussionsteilnehmer um Verständnis, deren Beiträge zu keinerlei Beanstandung Anlass gaben aber trotzdem gleichzeitig gesperrt werden mussten.

Die Diskussion kann man nicht nachlesen. Aber ich vermute stark, dass viele der Diskutierenden die Erkenntnisse des Artikels mit ihren Geschreibsel gerade noch bewiesen.

Und was mir gerade noch zu dem Artikel einfällt:

In der letzten Woche gab es mehrere News zu Israel, die es hier nur am Rande oder gar nicht in die Zeitungen, ins Radio und ins Fernsehen schafften:

Zum Beispiel, dass am Grenzübergang Erez (an welchem die ganzen Güter wie Nahrungsmittel und Benzin etc. in den Gazastreifen gebracht werden) ein Lastwagen mit Sprengstoff explodiert ist. Schön, dass palästinensische Terroristen ausgerechnet und wiederholt den Ort angreifen, von welchem aus die Hilfsgüter nach Gaza kommen.

Oder dass an demselben Grenzübergang ein Jugendlicher erwischt wurde, der mehrere Rohrbomben auf sich trug.

Oder dass die Terroristen ihre Anti-tank Missiles und Raketenwerfer ausgerechnet in einer Schule verstecken, weil sie so in der komfortablen Lage sind in der sie davon ausgehen können, dass Israel nichts dagegen unternehmen kann und wenn doch, lautet die Schlagzeile: Israel greift Schule an.

Dann noch ein Beitrag von Lila, die darüber schreibt, dass es nun ein Urteil zu der "Al-Dura-Geschichte" gibt, welches es einem französischen Journalisten erlaubt zu sagen, dass:

France 2 tendenziös und unwahr berichtet, daß es die Versionen der Paästinenser ungeprüft übernimmt, Geschichten hindreht und damit weiteren Zündstoff für Gewalt liefert.

q.e.d.

Mittwoch, 5. März 2008

Steine werfen

In unseren Medien wird gerne die Gegenüberstellung von Steine werfenden Kindern und schwer bewaffneten Soldaten gemacht. Die bösen Soldaten schiessen auf unschuldige Kinder, die sich in ihrem Elend nicht anders zu wehren wissen, als Steine auf die bösen Besetzer zu werfen. Die Bilder, die wir danach in den Medien sehen, sind zum Beispiel wie dieses hier. Natürlich gibt es so starke Sujets, die auch gerne gegen Israel verwendet werden können.

Lila hat gestern auf ihrem Blog gezeigt, wie es in Wirklichkeit aussieht, wenn ein paar harmlose Jugendliche Steine werfen. Hierzu ein Youtube-Video:



In Ostjerusalem werfen Jugendliche Steine auf ein Auto mit zwei Stadtverwaltungsangestellten.

Die Frau, die in dem Auto gesessen hat, beschreibt danach, dass sie Todesangst ausgestanden und gedacht habe, dass wenn die Jugendlichen es schaffen, sie aus dem Auto rauszuholen, sie wahrscheinlich von den Jugendlichen gelyncht worden wären.

Ich war schockiert, als ich diese Bilder gesehen habe.

--

Was "Steine werfen" sonst noch bedeuten kann, kann man hier sehen (am Beispiel von Nablus/Shechem):



Gemäss Blog, auf welchem ich das Bild gefunden habe, lautete der verharmlosende Kommentar auf Yahoo dazu:

Nablus (AP) Israelische Soldaten haben am frühen Samstagmorgen in Nablus im Westjordanland drei Palästinenser erschossen, wie aus palästinensischen Krankenhauskreisen verlautete. ...
Bei dem Zwischenfall am Samstag eröffneten die Truppen nach Angaben eines Armeesprechers das Feuer auf eine große Zahl palästinensischer Steinewerfer.

Freitag, 25. Januar 2008

Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Die UNO will nun nämlich endlich einmal in einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrates über die Kassamangriffe aus Gaza auf Israel reden, dies auf Druck von Amerikanischen Diplomaten. Das wäre ein Novum, bisher wurden in ähnlichen Sitzungen i.d.R. Beschlüsse gegen Israel ausgesprochen, während Angriffe auf Israel höchstens am Rande erwähnt wurden.

Dies soll sich nun ändern:

US diplomats push for Security Council declaration deploring Palestinian rocket attacks against Israel, urging Israel to ease Gazans’ suffering

Quelle: Ynet

Ich bin ja mal gespannt!

Mittwoch, 9. Januar 2008

Jerusalem und die Knesset

Ja, dieser Blogeintrag ist ein bisschen lang, aber bestimmt nicht langweilig. Vielleicht habt ihr ja ein bisschen Zeit und könnt dann auch die vielen spannenden Links anklicken? ;-)

Heute waren Shahaf und ich in Jerusalem in der Knesset. Wie ihr ja wahrscheinlich alle wisst, ist die Knesset das israelische Parlament.

Shahaf nun (er ist ja politisch aktiv) hatte dort ein Treffen mit dem Komittee für Bildung zum Thema Redefreiheit an der Uni Haifa. Hintergrund des Ganzen ist ein Treffen der Studenten der Meretz mit ihrer Knesset-Abgeordneten Zehava Gal-On, welches von der Uni Haifa offensichtlich überwacht, aufgezeichnet und archiviert wurde. (Die Studierenden trafen sich mit Zehava Gal-On in der Cafeteria der Universität, überwacht von Sicherheitsangestellten der Uni.)

In dem Treffen ging es nun darum, dass die verschiedenen Parteien (Studierende, Dekan und Sicherheitsangestellte der Uni sowie Knessetabgeordnete) dieses Problem besprachen und dann eine Entscheidung durch den Vorsetzenden des Bildungsausschusses getroffen wurde. Anwesend waren mehrere Knesset-Abgeordnete, neben Zehava Gal-On auch der Vorsitzende der Partei Jossi Beilin, Ran Cohen sowie weitere Abgeordnete.

Da die Sitzung natürlich in Hebräisch abgehalten wurde, verstand ich nicht alle Einzelheiten; trotzdem war es sehr interessant - nur schon zu sehen, wie anders das Diskussionsverhalten war: Sehr angeregt, sehr laut, fast aggressiv (also nicht schweizerisch-brav), dabei war's - gemäss Shahaf - sogar noch eher harmlos.

Das Ergebnis der Sitzung: Die Studierenden der Uni Haifa bekamen auf der ganzen Linie Recht. Der Dekan konnte gar nicht richtig erklären, warum er es den Studierenden nicht erlauben wollte, in den Gebäuden der Universität politische Treffen abzuhalten und wieso er es für wichtig erachtet, politische Aktivitäten zu überwachen und zu archivieren; er schweifte bei seiner Erklärung in absurde Richtungen ab, so erzählte er zum Beispiel, dass es nicht erlaubt sei, auf dem Campus Fahnen zu hissen (auch nicht die israelische), aus Angst, dass dann jemand die palästinensische Fahne raushängen könnte.

Für mich war es natürlich äusserst spannend, nicht nur an der Sitzung teilzunehmen, sondern auch allgemein in der Knesset als Besucherin rumzulaufen. Ich konnte da natürlich nicht einfach so rein, sondern musste eine Einladung vorweisen, die auf meinen Namen und meine Passnummer ausgestellt war. Beim Eingang gab es Securitychecks wie am Flughafen; meine Tasche wurde durchsucht und mein Schweizer Handy musste ich in der Garderobe abgeben, weil der Akku leer war, ich es also nicht anschalten und somit auch nicht beweisen konnte, dass es auch wirklich ein Handy ist.

Die Angestellten, die in der Knesset arbeiten, waren alle sehr aufmerksam und hilfsbereit und konnten mir auf Englisch erklären, wo ich denn genau hin musste (Shahaf und ich wurden beim Eingang getrennt - er hatte seinen Besucherausweis schon, ich musste beim Besuchereingang den zuerst abholen gehen).

--

Jerusalem war übrigens heute allgemein sehr interessant. US-Präsident Bush ist nämlich gerade zu Besuch in Israel und ist gerade heute Morgen in Tel Aviv angekommen und wurde von dort nach Jerusalem geflogen. Dazu musste nicht nur 10000 Polizisten und Militärs für Sicherheit sorgen (an jeder grösseren Kreuzung standen Polizisten, die Innenstadt war mehrheitlich abgesperrt, ebenso die Zufahrtsstrasse), nein, für Präsident Bush wird sogar das Licht ausgemacht. ;-)

(Bush will übrigens, wie schon Clinton vor ihm, sich in seinem letzten Amtsjahr darum bemühen, endlich den Nahost-Konflikt zu lösen. Zuerst wird der Konflikt sieben Jahre lang nahezu ignoriert, dann plötzlich kommen grosse Anstrenungen - man will schliesslich als der Präsident in die Geschichte eingehen, der es geschafft hat, diesen langwierigen und komplizierten Konflikt zu lösen. Möge Bush dabei mehr Erfolg beschieden sein als seinem Vorgänger.)

Aufgrund all dieser Sicherheitsmassnahmen schienen sich viele Israelis dazu entschieden haben, zu Hause zu bleiben, und so hatten wir das Vergnügen, für einmal durch halb leere Strassen im sonst chronisch verstopften Jerusalem zu fahren.

--

Auf dem Rückweg (wiederum sehr angenehm, die Gegenrichtung war für jeglichen Privatverkehr gesperrt, unsere Richtung halb leer) machten wir Halt in Abu Gosh für ein leckeres Mittagessen in einem libanesischen Restaurant. (Interessanter Link übrigens, die Geschichte von Abu Gosh war mir nicht bekannt.)

Gleich beim Verlassen des Restaurants flogen drei riesige Helikopter über unseren Köpfen in Richtung Jerusalem. Gemäss Medienberichten war darin eben u.a. George W. Bush. Ein wenig später kamen uns dann mehrere Wagenkolonnen mit Polizeibegleitung entgegen, eine der Wagenkolonnen wurde sogar von einem Polizeihubschrauber begleitet - da fuhr wahrscheinlich Ehud Olmert mit (also in der Kolonne, nicht im Hubschrauber).

--

Ja, und danach waren wir mal wieder in Jaffo, wo ich diesmal gleich drei Bettüberwürfe gekauft habe. Der Verkäufer wollte 450 Shekel pro Bettüberwurf, schlussendlich hab ich 750 für alle drei bezahlt. :D (Shahaf meint, langsam könne ich wirklich als Einheimische durchgehen.)

--

Dies an Neuigkeiten für heute, morgen geht's, wie bereits erwähnt, ans Ehud-Banai-Konzert. Ich freue mich.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Andere nette Nachbarn

Sehr erfreut bin ich natürlich über folgende Meldungen:

Chemie-Hilfe aus der EU für die Palästinenser.

Und

Bin Laden will Palästina vom Fluss bis zum Meer befreien.

Und wenn wir schon dabei sind:

Nicht zu vergewaltigen ist rassistisch!

(Ich habe mit Shahaf darüber diskutiert. Es ist ja nicht so, dass er ein grosser Freund der israelischen Armee wäre, trotzdem war er der Meinung, dass die israelische Armee höhere moralische und ethische Standards hat als so ungefähr jede andere Armee. Aber man kann unliebige Forschungsergebnisse ja immer noch so drehen, wie man will.)

So etwas Politik gleich zu beginn meines Aufenthalts hier. Abgesehen davon bin ich gut angekommen.

Nur: Mit ElAl zu fliegen ist halt doch angenehmer. ;-)

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