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Israelische Kuriositäten

Mittwoch, 23. September 2009

Filmtitel übersetzen ;-)

Wenn - ursprünglich englische - Filmtitel in andere Sprachen übersetzt werden, bleibt von der Orignalaussage manchmal nicht viel übrig.

Auf ein besonders amüsantes Beispiel (das wohl ein bisschen was über die israelische [Ess-]Kultur aussagt) bin ich gerade gestossen:

Der Film "Cloudy With A Chance Of Meatballs" (übersetzt wohl sinngemäss: Bewölkt mit gelegentlichen Fleischbällchenschauern") heisst auf Hebräisch "Geshem shel Falafel". Falafelregen. ;-)

Mittwoch, 22. Juli 2009

Auto fahren in Israel

Vor ein paar Tagen:

Shahaf und ich sind in unserem Auto unterwegs, als wir von einem anderen Autofahrer ziemlich unhöflich bedrängt und geschnitten werden, begleitet von aggressivem Gehupe.

Damit muss man in Israel normalerweise halt leben, hier wird viel aggressiver gefahren als in Zentraleuropa, diesmal hatte der Fahrer aber offensichtlich etwas nicht bedacht: Am Heck seines Autos (ein Firmenauto übrigens von einer bekannten Versicherungsgesellschaft) war ein Aufkleber mit der Aufschrift "Eich ani noheg/et?" gefolgt von einer Telefonnummer. "Eich ani noheg/et?" heisst "Wie fahre ich?" und ist eine Aufforderung, rücksichtslose Fahrer zu melden.

Shahaf beschloss, für einmal ein Schtinker zu sein (Schtinker ist das hebräische Wort für jemanden, der andere anschwärzt), wählte die Telefonnummer (die ich mir schnell schnell notiert hatte) und hinterliess eine Nachricht auf Band, vollständig mit Beschreibung des Autos, des Datums, der Zeit und des Orts.

Ein paar Tage später meldete sich die Firma bei Shahaf um nachzufragen, was da genau passiert war. Nach seiner Erklärung meinten sie, sie würden Abklärungen treffen und noch einmal anrufen. Nach ein paar Minuten meldeten sie sich wieder: Ob eine Frau oder ein Mann am Steuer des Autos gesessen habe? Shahaf: Ein junger Mann. Die Person am anderen Ende war ziemlich verwirrt, das Auto ist nämlich auf eine Frau registriert. Sie würden noch einmal nachforschen und sich wieder melden.

Fazit der Geschichte: Das Auto war zu diesem Zeitpunkt bei einer Garage in Reperatur, offensichtlich ist ein Angestellter der Garage damit so rücksichtslos rumgefahren - und darf nun wahrscheinlich mit unschönen Konsequenzen rechnen.

--

Gestern im Radio zudem eine weitere Geschichte, die zu diesem Thema passt:

Eine Frau hat im Verlauf der letzten Jahre wiederholt Busszettel gekriegt für alle möglichen Vergehen: Zu hohe Geschwindigkeit, Falschparken, Rotlicht überfahren. Sie war sich sicher, dass sie das nicht war, die Polizei glaubte ihr aber nicht, weil sowohl Autonummer als auch Typ, Marke und Farbe des Autos übereinstimmten.

Schliesslich begann die Polizei dann aber Nachforschungen anzustellen und fand doch tatsächlich ein Auto, das identisch war wie das der Frau (gleiche Marke, gleicher Typ, gleiche Farbe). Auch das Nummernschild war identisch, aber natürlich gefälscht. Der Besitzer des Autos (mit gefälschten Papieren) darf nun Bussen von ungefähr 5 Jahren nachbezahlen (und wahrscheinlich noch ein bisschen was dazu wegen diverser anderer Delikte).

Er ist - ein delikates zusätzliches Detail - ein ehemaliger Polizist.

--

Auch dazu passt:

Israel ist führend in Bezug auf Ampeltechnik. So gibt es überall in Israel nicht nur visuelle Signale bei Ampeln (also rot-gelb-grünes Licht, ja?) sondern auch akustische Signale: Wenn es grün wird, hupt nämlich der Fahrer, der hinter dir wartet. ;-)

Sonntag, 12. Juli 2009

Heute in meinem Bürocafé III

O. kommt mit seiner Tochter in mein Bürocafé. Zuerst kauft er ihr Eis, dann will sie Früchte vom Früchte- und Gemüseladen nebenan. Er kauft ihr einen Pfirsich und einen Apfel. Sie isst den Pfirsich, nach einer Weile beisst sie den Apfel an und legt ihn auf den Tisch.

Er: Warum isst du den Apfel nicht? Ich habe dir doch gesagt, dass du ihn eh nicht essen wirst. Dann esse ich ihn halt.

Er nimmt einen Biss, verzieht das Gesicht und reicht mir den Apfel.

Ich nehme einen Biss davon.

Der Apfel ist wirklich sauer, nicht essbar. ;-)

Samstag, 11. Juli 2009

Heute am Strand

Shahaf und ich waren heute am Strand. Auf dem Parkplatz, auf dem wir unser Auto geparkt haben, war eine Frau mit einem Kind, ein etwa fünfjähriges Mädchen. Die Frau hielt das Kind, welches gerade neben ein Auto kackte - das alles ungefähr jeweils 10 Meter von zwei verschiedenen öffentlichen Toiletten entfernt.

Ich habe meinen Augen nicht getraut, konnte mich nicht zurückhalten und sagte zur Frau auf Hebräisch, dass es für sowas doch öffentliche Toiletten gäbe und dass dies ziemlich eklig sei.

Darauf hin fuhr mich ihr Mann an, dass ich doch nicht so sein soll, die Toiletten seien schliesslich schmutzig. Ich: Und nun ist der Parkplatz auch schmutzig? Er, weil ihm offensichtlich nichts anderes als das Totschlagargument aller Eltern einfiel: Ja, warte nur, bis du Kinder hast ...

Ist es wirklich zuviel verlangt, dass Eltern mit Kindern auf's Klo gehen? Ich finde es ja schon unappetitlich, wenn Kinder überall hinpinkeln (sage üblicherweise aber nichts, weil's halt manchmal nicht anders geht, wenn gerade keine öffentliche Toilette in der Nähe ist), aber auf dem Parkplatz neben ein Auto zu kacken?

Ich finde die israelischen Klos mehrheitlich auch nicht gerade toll, aber die Frau hat ja das Kind eh hochgehoben, damit es sein Geschäft verrichten kann, das hätte sie ja notfalls auch im Klo machen können ...

Bäh.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Heute in meinem Bürocafé (mal wieder)

Ich sitze in meinem Bürocafé und arbeite. Kommen zwei Kinder, vielleicht 6 und 8 Jahre alt und fragen den Kellner etwas, das ich aufgrund der räumlichen Distanz nicht verstehen kann.

Plötzlich sind die zwei Mädchen neben mir ganz gerührt und rufen aus "Chamud, oh, ze chamud!" (Süss, oh, das ist süss!) Ich gucke und sehe: Der Kellner hat die zwei Kinder an der Hand genommen und überquert mit ihnen die Strasse.

Die zwei Kinder haben ihn doch tatsächlich gefragt, ob er ihnen helfen könne, die gefährliche Strasse (naja, ne kleine Quartierstrasse eigentlich) zu überqueren.

Sehr niedlich. :lof:

Und ein Witz von heute (weder koscher noch politisch korrekt):

Kommt Gott zu den Franzosen und sagt, er hätte hier so eine Gesetzestafel, ob sie die wollen.

Fragen die Franzosen: Was steht denn da drauf?

Gott: Du sollst nicht ehebrechen.

Sagen die Franzosen: Nein danke, das wollen wir nicht.

Geht Gott zu den Polen und sagt, er hätte hier so eine Gesetzestafel, ob sie die wollen.

Fragen die Polen: Was steht denn da drauf?

Gott: Du sollst nicht stehlen.

Sagen die Polen: Nein danke, das wollen wir nicht.
(In Israel bezieht sich das Vorurteil der chronisch Stehlenden übrigens nicht auf die Polen sondern auf die Rumänen.)

Kommt Gott zu den Juden und sagt, er hätte hier so eine Gesetzestafel, ob sie die wollen.

Fragen die Juden: Was kostet sie?

Gott: Nichts.

Sagen die Juden: Gut, gib uns gleich zwei davon.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Ein Witz

Wie viele Kalorien verbraucht ein Engländer beim Sex? 10 Kalorien.
Wie viele Kalorien verbraucht ein Deutscher beim Sex? 10 Kalorien
Wie viele Kalorien verbraucht ein Israeli beim Sex? 100 Kalorien. 10 beim Sex und die restlichen 90, wenn er rumrennt und allen Freunden davon erzählt.

Moskitos lieben mich

Ich sie eher weniger.

Diese Viecher hier haben sich als absolut unkaputtbar gezeigt. Vor zwei Nächten bin ich in der Nacht erwacht, weil mein Arm und meine Hand juckten. Drei Mückenstiche, trotz eingeschalteter Hightech-Insekten-Killermaschine (mit UV-Licht).

Ich hab mich dann am ganzen Körper mit Anti-Brumm-Zeugs eingerieben, nur um einige Minuten später zwei neue Mückenstiche zu entdecken.

Da muss der Mossad dahinterstecken.

(Das wäre ja alles nur halb so schlimm, wenn ich nicht allergisch gegen die israelischen Killermücken reagieren würde. Die Stiche schwellen bei mir üblicherweise an, wie bei "normalen" Leuten Bienenstiche.)

Irgendwelche Vorschläge, was ich dagegen tun kann?

Donnerstag, 4. Juni 2009

Neben meinem Stammcafé ...

... befindet sich ein Gemüse- und Früchteladen. Die Besitzer sind zwei sehr nette Brüder, die aus dem Irak nach Israel ausgewandert sind. Der eine der Brüder mag mich offensichtlich, und macht immer (mehr oder weniger) lustige Sprüche, wenn er mich sieht.

Gestern nun kam er zu mir und meinte in Hebräisch und gebrochenem Englisch, dass das alles nicht ernst gemeint wäre. Das war mir natürlich schon klar, aber offensichtlich hatte er das Gefühl, dass er sich bei mir entschuldigen muss (vielleicht meinte er, dass Schweizer keinen Sinn für Humor hätten ;-) ), und brachte mir einen Teller mit frischen, geschnittenen Früchten (Äpfel, Birnen, Nektarinen und Aprikosen).

Heute nun hat sich einer der männlichen Gäste hier im Café bei dem Besitzer des Ladens beschwert, dass er schon seit zwei Tagen Lust auf Aprikosen hätte, und fragte, warum ihm der Besitzer keine geben will.

Die Antwort des Besitzers: Wenn du dir Brüste wachsen lässt, kriegst du von mir auch Früchte geschenkt.

:D

Dienstag, 26. Mai 2009

Fussball und die Nationalhymne

Shahaf und ich gucken gerade den Cupfinal zwischen Beitar Jerushalaijm und Maccabi Haifa. Zu Beginn des Spiels wurde die israelische Nationalhymne, die Tikwah gespielt.

Shahaf zu mir: Steh auf!
[Kann er natürlich einfach sagen, wer erwartet schon, dass er aus dem Rollstuhl aufsteht ...]
Ich: Was? Steht man zur Tikwah auch auf, wenn man vor dem Fernseher sitzt?
Er: Natürlich
Ich: So ein Blödsinn!
Er: Nein, ehrlich! Tut man das in der Schweiz nicht?
Ich: Äh nein, höchstens ein paar rechtsextreme Neonazis.
Er: Hier tut man das.
Ich: Also im Ernst jetzt? Ich mein, klar, bei offiziellen Zeremonien, aber vor dem Fernseher?
Er: Klar!

[...]

Nach einer Weile:

Ich [weiterhin ungläubig]: Also tut ihr das echt? Vor dem Fernseher aufstehen?
Er: Hach, damit könnte ich noch lange weitermachen.
Ich: Du hast mich verarscht????
Er: Ja.
Ich: Du Ekelpilz! Nachdem ich in der Zeitung gelesen habe, dass ein Student des Technions abgemahnt wurde, weil er beim Singen der Tikwah während einer Zeremonie nicht aufgestanden ist, war ich bereit alles zu glauben!
Er: ;-)

Wie gemein ist das denn, ey?

Montag, 5. Januar 2009

Heute in unserem Stamm-Café

Shahaf und ich sind heute zusammen etwas trinken gegangen, wie immer in unserem Stamm-Café hier in unserer Nähe. Normalerweise bestellt er sich einen Kaffee, ich mir einen Tee mit Nana-Minze. Heute war mir mal wieder nach etwas anderem und ich habe Kinley Limonana bestellt.

Sagt der Kellner: Das haben wir nicht.

Wir: Doch, das habt ihr!

Er: Nein, das haben wir nicht, ganz sicher.

Wir: Aber vor ein paar Tagen haben wir das schon bestellt, ihr habt das!

Er (betüpft): Wollt ihr mir sagen, was wir hier haben und was wir nicht haben? Ich sage, wir haben das nicht!

Wir: Frag Dana, die Köchin, ihr habt das ganz bestimmt.

Er geht, nach ein paar Minuten kommt er zurück und meint: Oh, wir hatten es doch.

Shahaf: Tja, offensichtlich müssen wir dir sagen, was ihr habt und was nicht. :D

Gemein.

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