Israel

Freitag, 11. September 2009

Der heutige Tag

Heute war ein laaaanger Tag.

Gestern Abend bin ich mit zwei Freundinnen (einer Schweizerin, die ich kürzlich kennen gelernt habe, und einer Israelin) ans Konzert von Erik Berman gegangen. Das war wirklich, wirklich toll, ich liebe die Musik von Erik Berman und die Show war super. Dabei bin ich im Voraus gewarnt worden, dass Erik kein Performer sei, bin dann aber überzeugt worden.

Entsprechend spät bin ich schlafen gegangen, um heute trotzdem relativ früh aufzustehen und nach Tel Aviv zu fahren.

Dort sind wir ein bisschen rumgekurvt und sind dann nach Jafo gefahren, wo ich etwas Tolles, Rotes für eine Freudin eingekauft habe (genau: eine Erdbeere). Danach haben wir einen Freund besucht, der eine Spielhalle für Kinder hatte, die er aber verkaufen musste. Wir sind da so in der verlassenen Halle rumspaziert und ich hab einen Aufkleber am Boden gefunden, auf dem stand "Iashavti al kruv" - "Ich habe auf Kohl (das Gemüse) gesessen". Keine Ahnung, was das soll, aber ich habe es unauffällig auf Shahafs Rollstuhl geklebt. Er fährt jetzt damit rum. :D

Auf dem Rückweg nach Haifa haben wir plötzlich eine riesige Rauchsäule in der Nähe von Hadera entdeckt. Als wir in die entsprechende Richtung gefahren sind, haben wir gesehen, dass rund um den Moshav Talmei El'azar die Bäume, das Gras, das Schilf, einfach alles brannte. Shahaf meinte, dass es wahrscheinlich Brandstiftung war, es sah so aus, als wäre das Feuer gleichzeitig an mehreren Stellen ausgebrochen.

Shahaf fragte mich dann, ob ich über die alte oder die neue Strasse zurück nach Haifa fahren wolle und ich entschied mich für die neue und schnellere Strasse. Leider erwies sich das als Trugschluss, kurz vor Zichron Ja'akov war ein ewig langer Stau, weil wohl irgendein Idiot sich (auf Grund zu hoher Geschwindigkeit) mit seinem Auto überschlagen hat. Das Auto lag da mit den Rädern nach oben auf der Strasse.

Kurz danach schalten wir die Nachrichten an: Katyushot wurden vom Süden Libanons auf den Norden Israels geschossen.

Immerhin: Die UNO verurteilt für einmal nicht einseitig Israel (weil Israel natürlich auf den Angriff reagiert hat), sagt aber trotzdem, dass sich beide Parteien zurückhalten sollen.

Wie gesagt: Ein langer Tag. Knapp drei Wochen noch bis zu meinem Rückflug ...

Samstag, 22. August 2009

Erleichterungen während Ramadan

Entspricht dies dem üblichen Bild von Israel? Und: Wird es diese Nachricht auch in die Medien in Europa schaffen?

Unter dem Titel "Soldaten werden nicht in Anwesenheit von Palästinensern essen" berichtete Ynet diese Woche:

Verteidungsminister Ehud Barak und der Chief of Staff der IDF, Gabi Ashkenazi, haben eine Reihe von Erleichterungen für die palästinensische Bevölkerung während des Fastenmonats Ramadan, welcher am Samstag beginnt, beschlossen.

Die Soldaten wurden angewiesen, die Bevölkerung respektvoll zu behandeln und so weit wie möglich vom Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit abzusehen, vor allem an Grenzübergängen und während der Fastzeiten [von Sonnenauf- bis untergang].

Gemäss der IDF sind die Erleichterungen Teil einer Politik, die zum Ziel hat, das Leben der Bevölkerung der Westbank zu verbessern. Während des Ramadans werden die Öffnungszeiten der Grenzübergänge, welche zu den Städten Jenin und Ramallah führen, täglich bis Mitternacht verlängert. Die restlichen Checkpoints werden - wie üblich - 24 Stunden operieren.

Zusätzlich wird es israelischen Arabern [Israelis dürfen normalerweise - aus Sicherheitsgründen - nicht in die besetzten Gebiete gehen] erlaubt sein, durch den Salem Übergang zwischen 9 und 11 Uhr morgens nach Jenin zu gehen und Jenin zwischen 16 und 22 Uhr zu verlassen, dies täglich ausser Freitags.

Israelischen Arabern wird es auch erlaubt sein, über den Rachel Übergang nach Bethlehem zu gehen und dort ihre Familienangehörigen zu besuchen. Palästinensische Familien, welche Verwandte in Israel haben, können Besuchvisa für eine Woche bekommen.


Den vollen Artikel (auf Englisch) gibt es hier.

Übersetzung und Anmerkungen in Klammern von mir.

Donnerstag, 20. August 2009

Arad

Shahaf und ich fahren mal wieder nach Arad (in die Wüste, ans Tote Meer) für ein Weekend, nur ein paar Tage, am Samstag sind wir bereits wieder zurück.

Online werde ich wahrscheinlich nicht sein, bin aber per Handy und so erreichbar.

Allein ein schönes Wochenende und Shabat Shalom.

Mittwoch, 12. August 2009

Ganz legal

Ich bin nun wieder ganz legal hier in Israel, nachdem ich diese Woche das Visum habe verlängern lassen.

Nicht dass ich zwischenzeitlich richtig illegal gewesen wäre, aber mein Visum ist am 8. August abgelaufen, was ein Shabat war, an dem die Behörden natürlich nicht arbeiten.

In Israel wird es so gehandhabt, dass einreisende Touristen am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv automatisch ein Visum für 3 Monate bekommen. Danach sollte es relativ problemlos sein, das Visum einmalig um weitere drei Monate zu verlängern. Ich habe das vor zwei Jahren schon einmal gemacht, diese Woche nun also wieder.

Für die Visumsverlängerung musste ich eine Art Motivationsschreiben verfassen, in welchem ich darlegen sollte, was ich in Israel mache und vor allem - wichtig! - wie ich mich finanziere. Mit meiner Begründung (Studentin, Abschlussarbeit über israelbezogenes Thema, finanziert durch Stipendien und Freund) war ich offensichtlich unverdächtig genug, so dass mir eine zweimonatige Verlängerung bekommen habe. (Ich brauche nicht mehr als zwei Monate, weil ich Anfang Oktober meinen Rückflug in die Schweiz habe.)

160 Shekel hat der Spass gekostet, dazu 25 Shekel für Passfotos (die ich natürlich dummerweise in dem Laden neben dem Misrad HaPnim, dem Innenministerium, gemacht habe, wo es viel teurer ist als in normalen Fotoläden) und einiges an Nerven, weil ich nicht ganz die Einzige war, die wegen Visumsangelegenheiten bei der entsprechenden Behörde vorstellig wurde.

Dafür haben wir (Shahaf und ich) uns danach mit leckerem Humus bei Abu Shaker belohnt. ;-)

Donnerstag, 25. Juni 2009

Gerade in den Nachrichten um 12:

Mezeg haAvir: Mamash cham. (Wetter: Wirklich heiss!)

Und um 13 Uhr:

Mezeg haAvir: Cham me'od. (Wetter: sehr heiss!)

Dienstag, 16. Juni 2009

Davon können wir nur träumen:

Davon nämlich.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Wo lebe ich bloss?

Ynet titelt heute: "Global ranking: Only 3 countries more dangerous than Israel"

Die friedlichsten Länder sind demnach:

1. Neuseeland
2. Dänemark
3. Norwegen
4. Island
5. Österreich
6. Schweden
7. Japan
8. Kanada
9. Finnland und Slowenien.

(Höhö, die Schweiz hat's auch nicht in die Top10 geschafft.)

Die gefährlichsten Länder:

144. Irak
143. Afghanistan
142. Somalia
141. Israel
140. Sudan
139. Demokratische Republik Kongo
138. Tschad
137. Pakistan
136. Russland
135. Simbabwe

Öhm. Das halte ich nun nicht für sehr glaubwürdig. Ich habe mich beispielsweise in Nigeria um einiges unsicherer gefühlt als in Israel. (Zu den anderen Ländern auf den Plätzen 140 - 135 kann ich nicht so viel Konkretes sagen, weil ich noch nie dort war, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Leben in Israel so viel gefährlicher ist als im Sudan oder in Pakistan.)

Ich sollte nach Neuseeland auswandern.

Sonntag, 10. Mai 2009

Ein weiterer Lesetipp

So ungefähr alle haben schon vom palästinensischen Flüchtlingsproblem gehört. Doch ist auch das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus arabischen Staaten bekannt?

Auf dem Blog "Nach der Wahrheit graben" findet sich dieser Eintrag, der zusammenstellt, wie viele Juden vor und nach der Staatsgründung Israels ihre Heimatländer verlassen mussten:

Die Gesamt-Bevölkerung der jüdischen Gemeinden im Nahen und Mittleren Osten (ohne Israel) schrumpfte von über 900.000 im Jahr 1948 auf weniger als 8.000 im Jahr 2008. Einige dieser Gemeinden waren älter als 2.500 Jahre.

Aus einer persönlicheren Perspektive schreibt auch Lila von Letters from Rungholt über das gleiche Problem. Hier.

Samstag, 21. Februar 2009

Dumdidum

Kaum bin ich in Israel, fängt's wieder an.

Katyushas vom Libanon auf den Norden Israels.

Hier, hier und hier.

Wetterbedingtes Unglück? Beruhigt mich nicht wirklich, schliesslich stehen da geladene Dinger einfach so rum.

Schön hingegen ist diese Schlagzeile (mit entsprechendem Text):

Grenzzwischenfall: Israel feuert Granaten auf Libanon

Ganz so klar, wer geschossen und wer reagiert hat, wird da nicht. Aber ist ja auch nicht so wichtig, oder?

Dienstag, 10. Februar 2009

Doch noch: Wahlen

Es sieht nicht allzu schlecht aus:

# Kadima 28
# Likud 26
# Yisrael Beiteinu 16
# Labor 14
# Shas 10
# United Torah Judaism 6
# Hadash 5
# Jewish Home 4
# United Arab List – Ta'al 4
# Meretz 4
# National Union 3

Quelle: Ynet. (Resultate nicht definitiv)

Immerhin Kadima vorne. Und damit Zipi Livni.

Eine genauere Wahlanalyse gibt's von Lila.

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