Neue Ritualmordlegende
Eine der führenden schwedischen Tageszeitungen, Aftonbladet, hat diese Woche unter dem Titel „Sie plündern die Organe unserer Söhne“ Israel vorgeworfen, in grossem Stil Palästinenser zu entführen und ihre Organe zu stehlen.
In dem Artikel wurden Palästinenser zitiert, die sagen, dass junge Männer in der Westbank und in Gaza festgenommen worden seien und danach ihre Leichen ohne Organe an die Familien zurück kamen.
Das Konkurrenzblatt Sydsvenskan, eine andere schwedische Tageszeitung, reagierte mit harter Kritik auf den Artikel von Aftonbladet. In einem Kommentar unter dem Titel „Antisemitbladet“ schrieben sie: „Wir haben die Geschichte schon gehört, in der einen oder anderen Form. Sie folgt dem traditionellen Schema von Verschwörungstheorien: Eine grosse Zahl an losen Fäden, mit welchen die Leser eingewickelt werden sollen ohne auch nur einen Beweis zu bringen. Flüstern im Dunkeln. Anonyme Quellen. Gerüchte. Das ist alles, was es braucht. Schliesslich wissen wir, wie sie (die Juden) sind, nicht wahr? Unmenschlich, verhärtet. Ihnen ist alles zuzutrauen.“
Und es wird angefügt: Anti-Semitismus? Neinnein, nur Israel-Kritik.
Auch das israelische Aussenministerium reagierte wütend auf den Artikel. Der Sprecher nannte die Veröffentlichung der Geschichte eine Schande für die schwedische Presse: „In einem demokratischen Land sollte kein Platz sein für düstere Ritualmordbeschuldigungen dieser Art aus dem Mittelalter. Dieser Artikel beschämt die schwedische Demokratie und die ganze schwedische Presse.“
Was mich an dem Ganzen schockiert, ist nicht, dass die Vorwürfe geäussert werden (nein, wir haben schon oft solche Vorwürfe gehört von palästinensischer Seite, Brunnenvergiftungen, zionistische Ratten, Schweine und ähnliches, die nur arabisches Eigentum zerstören, luststeigernde Kaugummis, mit welchen die palästinensische Jugend verdorben werden soll), was mich schockiert, ist, dass diese Vorwürfe von einer westlichen Zeitung in einem Land wie Schweden geäussert werden. Ohne auch nur einen Beweis zu bringen.
Quellen: Artikel von Haaretz und Ynet (auf Englisch)
Updates: Der Autors des Artikels der Aftonbladet sagt, er sei kein Antisemit (natürlich!). (Quelle: Haaretz, englisch)
20min berichtet auch schon darüber.
Ausserdem wird ein israelischer Militärsprecher zitiert, der die Vorwürfe zurückweist und erklärt, bei von den Truppen getöteten Palästinensern werde routinemässig eine Autopsie durchgeführt.
Das war übrigens auch mein Gedanke, als ich das Bild in der Aftonbladet gesehen habe: Sieht aus, als ob da eine Autopsie durchgeführt worden wäre.
In dem Artikel wurden Palästinenser zitiert, die sagen, dass junge Männer in der Westbank und in Gaza festgenommen worden seien und danach ihre Leichen ohne Organe an die Familien zurück kamen.
Das Konkurrenzblatt Sydsvenskan, eine andere schwedische Tageszeitung, reagierte mit harter Kritik auf den Artikel von Aftonbladet. In einem Kommentar unter dem Titel „Antisemitbladet“ schrieben sie: „Wir haben die Geschichte schon gehört, in der einen oder anderen Form. Sie folgt dem traditionellen Schema von Verschwörungstheorien: Eine grosse Zahl an losen Fäden, mit welchen die Leser eingewickelt werden sollen ohne auch nur einen Beweis zu bringen. Flüstern im Dunkeln. Anonyme Quellen. Gerüchte. Das ist alles, was es braucht. Schliesslich wissen wir, wie sie (die Juden) sind, nicht wahr? Unmenschlich, verhärtet. Ihnen ist alles zuzutrauen.“
Und es wird angefügt: Anti-Semitismus? Neinnein, nur Israel-Kritik.
Auch das israelische Aussenministerium reagierte wütend auf den Artikel. Der Sprecher nannte die Veröffentlichung der Geschichte eine Schande für die schwedische Presse: „In einem demokratischen Land sollte kein Platz sein für düstere Ritualmordbeschuldigungen dieser Art aus dem Mittelalter. Dieser Artikel beschämt die schwedische Demokratie und die ganze schwedische Presse.“
Was mich an dem Ganzen schockiert, ist nicht, dass die Vorwürfe geäussert werden (nein, wir haben schon oft solche Vorwürfe gehört von palästinensischer Seite, Brunnenvergiftungen, zionistische Ratten, Schweine und ähnliches, die nur arabisches Eigentum zerstören, luststeigernde Kaugummis, mit welchen die palästinensische Jugend verdorben werden soll), was mich schockiert, ist, dass diese Vorwürfe von einer westlichen Zeitung in einem Land wie Schweden geäussert werden. Ohne auch nur einen Beweis zu bringen.
Quellen: Artikel von Haaretz und Ynet (auf Englisch)
Updates: Der Autors des Artikels der Aftonbladet sagt, er sei kein Antisemit (natürlich!). (Quelle: Haaretz, englisch)
20min berichtet auch schon darüber.
Ausserdem wird ein israelischer Militärsprecher zitiert, der die Vorwürfe zurückweist und erklärt, bei von den Truppen getöteten Palästinensern werde routinemässig eine Autopsie durchgeführt.
Das war übrigens auch mein Gedanke, als ich das Bild in der Aftonbladet gesehen habe: Sieht aus, als ob da eine Autopsie durchgeführt worden wäre.
La_Mia - 19. Aug, 11:51











