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Freitag, 16. Januar 2009

Wer sich nach den neusten Nachrichten gefragt hat,

... was Israel denn gerade abzieht und wie sich dies mit Selbstverteidigung vereinbaren lässt, hier ein paar Informationen.

Israel hat gemäss diversen Nachrichtenmeldungen in den letzten Tagen nicht nur offizielle Hamas-Einrichtungen zerstört, sondern auch ein Krankenhaus angegriffen, UNO-Einrichtungen, Schulen, Moscheen.

Dazu ein paar Ergänzungen, auf was Israel bei der militärischen Operation in Gaza so stösst:

Schule: Verminte Schule in der Nähe des Zoos von Gaza.

Moschee: Moschee als Waffenlager.

UNO-Gebäude (und Lebensmittellager): Angriffe aus UNO-Gebäuden bzw. deren unmittelbaren Nähe. (Eine UN-Mitarbeiterin vor Ort hat übrigens am Fernsehen telefonisch bestätigt, dass tatsächlich Hamas-Leute vom UNO-Gebäude aus auf die israelische Armee geschossen hat.)

Spital: Hamas-Verstecke in/bei Spitälern.

Die Abschussbasen für die Raketen, die die Hamas nach Israel schiesst, befinden sich bevorzugt in bewohnten Gebieten. Kürzlich habe ich am Fernsehen ein Video gesehen, wo eine solche Abschussbasis sich auf dem Dach eines Wohnhauses befand. Die israelische Armee hat nicht geschossen und musste dafür in Kauf nehmen, dass die Hamas ihre Raketen tatsächlich nach Israel schiesst und somit die israelische Zivilbevölkerung gefährdet.

Die Hamas weiss schon, wo sie sich verstecken muss, damit Israel sie entweder nicht angreifen kann, oder, wenn sie es doch tut, mit internationalen Verurteilungen rechnen muss.

Natürlich ist das moralisch äusserst problematisch. Rechtlich gesehen jedoch wäre Israels Vorgehen eigentlich abgesegnet. Verantwortlich für die Aktionen und deren Ausgang wäre demnach die Hamas, die sich völkerrechtswidrig in zivilen Einrichtungen und hinter Zivilisten verschanzt.

Wieso echauffiert man sich nicht mal über das Verhalten der Hamas?

Aber ich kann nur wiederholen: Israel zielt nicht absichtlich auf Zivilisten, ganz im Gegensatz zur Hamas.

Ruth aus Beer Sheva berichtete mal (ich finde den Eintrag gerade nicht mehr), dass von den Einschlägen der Katjushas in Beer Sheva klar zu erkennen ist, dass die Hamas auf das Spital zielt. Die Einschläge sind nämlich schön rund um das Spital angeordnet. (Edit: Hier der erwähnte Blogeintrag, den Heplev verdankenswerterweise für mich gefunden hat.)

Die Kassam-Raketen werden bevorzugt dann nach Israel geschossen, wenn die israelischen Schulkinder gerade auf dem Weg zur Schule sind.

Israel tut dies nicht. Israel warnt die Bevölkerung i.d.R. vor einem Beschuss. Israel schiesst auf die Hamas, nicht auf die Zivilbevölkerung. Wenn Zivilisten zu Schaden kommen, ist dies entweder ein bedauerliches und tragisches Versehen oder aber von der Hamas genau so beabsichtigt.

Verantwortlich dafür ist nicht in erster Linie Israel, sondern eben die Hamas.

Ein Link

Zeitung für Schland hat einen Blogeintrag veröffentlich, der ein Phänomen beschreibt, das ich den deutschsprachigen Medien, die ich regelmässig lese (es handelt sich dabei in erster Linie um den Internetauftritt der Gratiszeitung 20min, um Spiegel und Stern online, aber auch um Zeitungen oder Zeitschriften die ich sporadisch lese, z.B. die Neue Luzerner Zeitung, die Basler Zeitung oder die NZZ) auch zu finden glaube.

Ein Ausschnitt aus dem Blogeintrag:

Diese Argumentation enthält zwei Probleme: Erstens hat der feuert die Hamas nicht erst seit Ende vergangenen Jahres Raketen auf Israel, so dass entsprechende Reportagen schon vor dem 31. Dezember 2008 oder 07. Januar 2009 angebracht gewesen wären. Zweitens, und dies ist ungleich wichtiger, kann die oben genannte Kritik an der Berichterstattung nicht durch ein oder zwei ihr scheinbar widersprechende Artikel entkräftet werden. In jeder einigermaßen pluralistischen - lies: auflagenstarken - Zeitung sind verschiedene Meinungen und Standpunkte wiedergegeben, so dass fast zu jedem einseitigen Artikel ein entsprechender “Gegenartikel” gefunden kann. Die fundierte Kritik an der Berichterstattung einer Zeitung ist davon jedoch insofern nicht getroffen, als dass sie im Allgemeinen eben gerade nicht auf einzelne Artikel zielt, sondern auf das durch die jeweilige Zeitung vermittelte Gesamtbild.

Genau das ist mir nämlich auch aufgefallen. Für Spiegel online schreibt ja ab und zu Henryk Broder und zeigt eine ein bisschen andere Sicht als die von Putz und co. (Obwohl ich zugeben muss, dass ich in letzter Zeit auch ein paar durchaus lesenswerte Beiträge von Ulrike Putz gefunden habe. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.) Den Stern halte ich für noch tendenziöser als den Spiegel. Und 20min übernimmt mehr oder weniger unkritisch die Agenturmeldungen.

Nachzulesen ist der ganze Eintrag auf Zeitung für Schland unter diesem Link.

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