Mittwoch, 23. Juli 2008

Meine Katzen ...

... haben noch weitere Mamis:

Heute fuhren wir an dem Katzenhaus vorbei und mir fiel auf, dass beide brav auf etwas warteten. Naiv wie ich bin, nahm ich an, dass ich dieses etwas sei, und ging raus, um sie ein bisschen mit Streicheleinheiten und Futter zu verwöhnen.

Plötzlich rennen beide Katzen davon, ich gehe hinterher und sehe: Eine alte Frau, die den Katzen Futter gibt.

Also unterhalte ich mich kurz (auf Hebräisch mit ihr) und sie erzählt mir, dass sie täglich um diese Zeit zu den Katzen (nicht nur zu diesen übrigens) komme, um sie zu füttern.

Ich musste ihr versprechen, dass ich morgen Abend nach den Katzen schaue, weil sie dann keine Zeit hat. ;-)

Super, oder?

Gestern Abend habe ich eine Katze angetroffen, die unter einem Auto sass. Ich ging also zu ihr hin, hab sie ein bisschen angeflirtet und legte ihr dann Futter hin. Plötzlich war da eine zweite Katze. Auch sie bekam Futter. Dann eine dritte. Und eine vierte. Und eine fünfte, sechste, siebte, achte Katze.

Alles so halb-wilde Strassenkatzen, die mein Trockenfutter sehr mochten.

Michal, die mich und Shahaf für ein paar Tage besucht hat, zeigte sich erstaunt, dass ich immer Katzenfutter mit mir herumtrage. (In der Tat hab ich in meiner Tasche immer eine kleine Plastikdose, die ich täglich mit frischem Futter auffülle.) Ich habe ihr dann erklärt, dass dies bei uns wohl in der Familie liege: Schliesslich füttern meine Eltern auch die Katzen des ganzen Quartiers durch.

--

Shahaf, Michal und ich sind heute ein bisschen rumreisen gegangen. Michal wird ein paar Tage im Kibbuz Geva verbringen, wir haben sie mit dem Auto dorthin gefahren (durch die wunderschöne Landschaft von Emmek Israel), und wir hatten trotz Hitze (und kaputter Klimaanlage im Auto) viel Spass.

Zudem habe ich ein Angebot gekriegt, mich mal ein bisschen in den besetzten Gebieten rumführen zu lassen, damit mal auch von diesem Teil etwas mitkriege. Bisher war ich ja lediglich in einigen israelischen Siedlungen in der Westbank, nicht aber im tatsächlich palästinensischen Teil. Ich bin da noch ein wenig gespalten. Soll ich das tun?

Dienstag, 22. Juli 2008

Déjà-vu

20min

Stern

ynet und ynet (englisch)

Ein erneutes Attentat in Jerusalem, diesmal mit einer Planierraupe.

Nur dank des beherzten Eingreifens von Zivilisten konnte Schlimmeres vermieden werden, es gab "nur" Verletzte, keine Toten (ausser des Terroristen).

Es scheint, da ist jemand auf den Geschmack gekommen. :-S

Sonntag, 20. Juli 2008

Christlich-arabische Karaoke-Geburtstagsparty

Ja. Da war ich gerade. Nämlich bei meinen Nachbarn von oben.

Die sind ganz nette Leute und die Party war furchtbar witzig.

Glücklicherweise habe ich mich erfolgreich gegen das Singen wehren können - mein Alkoholpegel war dazu eindeutig nicht hoch genug, aber schon das Zuschauen und Zuhören war amüsant genug. (Hero und Hotel California, laut und falsch und lustig.)

Und der Geburtstagskuchen: Ein Traum. Dazu "Happy Birthday" auf arabisch. :D

Donnerstag, 17. Juli 2008

Heute an der Uni

Beide entführten Soldaten, sowohl Ehud Goldwasser als auch Eldad Regev, waren ja eng mit Haifa verbunden. Ehud Goldwasser wohnte in Nahariya, einer Stadt nördlich von Haifa und hat am Technion (Technische Hochschule) in Haifa unterrichtet. Eldad Regev wohnte in einem Vorort Haifas (Kiriat Motzkin) und sollte an der Uni studieren.

An der Uni, gleich neben dem Haupteingang, wurden nun Tische aufgestellt, dahinter die Bilder der beiden ermordeten Soldaten und israelische Flaggen. Auf die Tische stellten die Studierenden Kerzen.

Zur Erinnerung an die ermordeten Soldaten

Ich kann's irgendwie immer noch nicht fassen, was geschehen ist. Israel tauscht also Terroristen und Leichen von Terroristen gegen zwei tote Soldaten.

Der Libanese, der dem Roten Kreuz die Särge übergeben hat, hat sich auch noch stolz gezeigt und damit geprahlt, dass sie es geschafft hätten, Israel bis zuletzt darüber im Unklaren zu lassen, ob die Soldaten noch leben. Erst gestern noch wurden im Libanon Gerüchte gestreut, dass einer der Soldaten noch lebt. Entsprechend dramatisch gestalteten sie die Übergabe. Zuerst zeigten sie nur einen Sarg, und erst dann - nach einer dramatischen Kunstpause - den zweiten. Erst dann bestand Klarheit.

Die Leichen sollen übrigens misshandelt worden sein.

Im Libanon wird nun ein Kindermörder als Held gefeiert. (Kuntar war ja in Israel im Gefängnis, weil er 5 Menschen umgebracht hat, einen Familienvater vor den Augen seiner 4jährigen Tochter, die Kuntar danach auch umgebracht hat. Die zweite Tochter der Familie wurde versehentlich von der Mutter erstickt, die sich versteckt hat und das Kind am Weinen hindern wollte, damit der Terrorist sie in ihrem Versteck nicht findet.) Dieser Mann ist nun ein Held.

Kuntar hat sich übrigens bereits wieder auf den Kampf gegen Israel eingeschworen. Er wird dort weitermachen, wo er aufgehört hatte.

Herzzerreissend waren die Reden, die Ehud Goldwassers Ehefrau und Eldad Regevs Brüder an den Gräbern der Soldaten gehalten haben. Lila schreibt darüber.

Was soll ich dazu noch sagen? Es ist doch offensichtlich: Ein Land trauert um zwei ermordete Söhne, ein anderes Land macht sich darüber lustig und feiert (Kinder-)Mörder als Helden.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Ein trauriger Tag

Ich möchte auch gar nicht zu viele Worte darüber verlieren, sondern andere für mich sprechen lassen.

Lila hat einige Blogeinträge zu dem Gefangenenaustausch geschrieben, in dessen Rahmen die zwei Soldaten, die von der Hizbollah entführt worden sind, Ehud Goldwasser und Eldad Regev, nach Israel zurück gebracht wurden. Tot.

Hier der Link auf ihren Blog: http://rungholt.wordpress.com/

Dazu eine Analyse aus der Leipziger Volkszeitung.

Dort wird Schlomo Goldwasser zitiert, der Vater des einen gefallenen Soldaten. Er sagt über den Libanon und die Hizbollah:

«Sie haben etwa 800 Mann verloren und ihre ganze Wirtschaft (im Libanonkrieg) zerstört, und wofür?», fragte Schlomo Goldwasser. «Für jemanden, der eine Vierjährige ermordet hat? Kann man einen solchen Menschen als Helden bezeichnen? Er ist doch nicht mehr als ein mieser Schurke.»

Dienstag, 15. Juli 2008

Israelische Filme

Wie ich ja bereits in einem der letzten Blogeinträge geschrieben habe, gibt's bei Tower Records eine DVD-Aktion, zwei israelische Filme für 60 Shekel.

Meine Ausbeute:

Late Wedding: Ein Film über eine georgische Familie in Israel, die ihren Sohn endlich verheiraten möchte. Er jedoch liebt eine geschiedene, allein erziehende Frau, was für seine Familie unvorstellbar ist. Der Film hat leider kein Happy End.

Walk on water: Ein Mossad Agent bekommt den Auftrag, einen alten Nazi aufzuspüren und nähert sich deswegen der Familie des Nazis an, indem er vorgibt, ein Touristenführer in Israel zu sein. Ein sehr eindrücklicher Film.

Turn left at the end of the world: Ein Film über eine Siedlung von Marokkanern im Negev, bei denen sich plötzlich Neueinwanderer aus Indien niederlassen.

Someone to run with: Basiert auf dem gleichnamigen Buch von David Grossmann. Ich hab den Film noch nicht gesehen, Shahaf hat mir aber schon wiederholt davon vorgeschwärmt.

Diese vier DVDs habe ich also für insgesamt weniger als 30 CHF gekauft.

Weitere zwei Filme warten noch auf uns:

Beaufort: Ein Film über die israelische Armee im Libanon, bevor sie sich zurück gezogen haben.

The syrian bride: Ein Film über Drusen im Golan, über eine junge drusische Frau aus Israel, die einen Drusen aus Syrien heiraten will und ihre Familie dann nie wieder sehen wird.

Ebenfalls kürzlich gesehen haben wir:

Aviva my love: Ein Film über eine Israelin, deren Traum es ist, ihre Geschichten zu veröffentlichen, und die zu diesem Zweck einen berühmten Autor und Professor kennen lernt, der die Geschichten schliesslich unter seinem Namen veröffentlicht.

Columbian love: Ein Film über Beziehungen, Liebe und Hochzeit in Israel. Furchtbar witzig.

Natürlich haben wir noch diverse andere Filme gesehen. Viele der neueren israelischen Filme schaffen es übrigens auch in europäische Kinos, The Bubble; Meduzot; Va, Vis et deviens; The band's visit etc. - alles (mehr oder weniger) empfehlenswerte Filme.

Israel hat in Bezug auf moderne Filme echt viel zu bieten und kann international problemlos mithalten.

Wer sich für den einen oder anderen Film interessiert, kann gerne bei mir Erkundigungen einholen (und sich den Film vielleicht mal ausleihen).

Und da es am Tel Aviver Flughafen so nen tollen CD-/DVD-Laden gibt, decke ich mich dort regelmässig mit neuen DVDs ein. Soon to come hoffentlich: Life according to AGFA und Miss Entebbe.

Samstag, 12. Juli 2008

Die leidige Gender-Frage ...

... ignoriere ich jetzt einfach mal und taufe "meine" Katzen ungeachtet ihres tatsächlichen (oder zweifelhaften) Geschlechts.

Den grau-weissen Kater nenn ich "Lachmanja".

Die kleine schwarz-weisse Katze heisst jetzt St. Pauli.

(Herzlichen Dank an Lisa [und an alle anderen] für ihre Mithilfe bei der Namensauswahl, ich warte dann mal auf den Futternapf.) ;-)

Freitag, 11. Juli 2008

Miezekatzen

Hab ich heute fotografiert.

Hier ist die kleine Katze, ich nehme an, dass sie die Tochter des Katers ist, sie hat nämlich die gleichen grünen Augen:

Die Kleine

Und hier der Kater himself, diesmal sind sogar seine grünen Augen zu sehen:

Der Kater

Die Katzen kennen mich und Shahaf übrigens bereits und kommen sehr schnell angelaufen, wenn wir rufen. Beide.

Mit ein Grund, warum sie uns so mögen:

Miam miam

Chamudim! :lof:

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Stieg Larsson
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Stieg Larsson
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Verschiedene israelische Interpreten
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