Mittwoch, 28. Oktober 2009

Was so passieren kann ...

... im Lizjahr.

Ich musste gestern in meinem Projekt meine fast abgeschlossene Lizarbeit präsentieren. Im Voraus war ich ziemlich nervös, weil ich gehört habe, dass Projektmitglieder ganz schön kritisch sein können. Als ich eine Freundin von meinen Befürchtungen erzählt habe, meinte diese:

Eine Freundin eines Freundes musste an der Uni ihre Lizarbeit vorstellen. Einige Studis waren wohl überkritisch und haben ihre Arbeit und ihre Thesen sozusagen auseinandergenommen. Folge: Sie brach ihr Studium ab. (Zur Verdeutlichung: Nachdem sie wahrscheinlich ungefähr 10 Semester studiert hat, brach sie ihr Studium kurz vor den Prüfungen, mit praktisch abgeschlossener Arbeit ab.)

Andere schlimme Vorkommnisse während des Lizjahres:

Einer Freundin starben kurz nacheinander beide Kaninchen, dann machte auch noch ihr Freund mit ihr Schluss.

Eine Freundin eines Freundes musste sich kurz vor den Abschlussprüfungen notfallmässig die Augen operieren lassen und sah danach zwei Wochen nix. Die Prüfungen hat sie dann (wohl aus Mitleid) nur knapp bestanden.

Einer Studentin wurde der Laptop mit der fertigen Lizarbeit darauf geklaut. Sicherungskopien hatte sie zwar, die waren aber auf dem USB-Stick, der in der gleichen Tasche war wie der Laptop. (Also auch weg.)

Einem Interviewpartner, als er ganz neu in Israel war, wurde der Computer geklaut, mit allen Laborergebnissen darauf, die er für seine Diss brauchte. Sicherungskopien gab's damals noch keine.

Jaja, über solche Sachen sollte man sich keine Gedanken machen.

Aber vielleicht sollte ich mal wieder eine Sicherungskopie meiner Arbeit machen. ;-)

Mittwoch, 23. September 2009

Filmtitel übersetzen ;-)

Wenn - ursprünglich englische - Filmtitel in andere Sprachen übersetzt werden, bleibt von der Orignalaussage manchmal nicht viel übrig.

Auf ein besonders amüsantes Beispiel (das wohl ein bisschen was über die israelische [Ess-]Kultur aussagt) bin ich gerade gestossen:

Der Film "Cloudy With A Chance Of Meatballs" (übersetzt wohl sinngemäss: Bewölkt mit gelegentlichen Fleischbällchenschauern") heisst auf Hebräisch "Geshem shel Falafel". Falafelregen. ;-)

Arik Einstein

Es ist mal wieder Zeit für ein bisschen Musik hier, diesmal Arik Einstein.

Gestern, unterwegs im Auto mit einem Freund, haben wir ein bisschen Arik Einstein gehört, z.B. das Lied "Kama tov shebata habaita" (übersetzt: Wie gut, dass du nach Hause gekommen bist).



Ich kannte bisher vor allem die Version dieses Liedes von Shalom Hanoch, bzw. die Version, die Shlomo Artzi und Shalom Hanoch gemeinsam in Kissaria gesungen haben.

Ein neueres Lied von Arik Einstein (zusammen mit Shalom Hanoch) lief gestern Abend im Radio, als wir bei Sonnenuntergang von Akko via Kiriat Jam in Richtung Haifa gefahren sind: גיטרה וכינור - Gitarre und Geige. Ganz wunderschön.

Dienstag, 15. September 2009

Eine Blogmeldung und ihre Auswirkungen

Seit ein paar Tagen vermelden verschiedene Blogs eine schockierende Entdeckung, so zum Beispiel auf Heplev - abseits vom mainstream:

NGO-Beschäftigte können schonmal recht seltsam erscheinen. Richtig bizarr ist es bei Marc Garlasco von Human Rights Watch mit seinem Hobby: Er sammelt Nazi-Memorabilia. Er schreibt darüber. Von ihm gibt es fast 8.000 Einträge in einem Nazi-Forum namens Wehrmacht Awards (als „Flak88“), wo er seine Sammlung an Hakenkreuzen und Orden liebevoll fotografiert eingestellt hat. Dazu schrieb er ein 400-seitiges Buch über Nazi-Militärorden. Sein personalisiertes Nummernschild lautet „Flak88“. Kommentiert Noah Pollak: Das Hobby Nazi-Memorabilia zu sammeln ist sicher ein seltsames für einen professionellen Menschenrechts-Aktivisten. Gibt es irgendwelche hochrangig platzierten Leute be PETA, die nebenher Sammler von Pelzmänteln Bärenfallen sind?

Darüber berichtet haben auch Elder of Ziyon und andere.

Diese Meldung hat weite Kreise gezogen und hat nun offensichtlich auch die Human Rights Watch erreicht. Die Folgen: Marc Garlasco wurde suspendiert, dies meldet heute Ynet:

Human Rights Watch suspends senior military analyst Marc Garlasco after pro-Israel blog reports that he is 'obsessed with the color and pageantry of Nazism.'

Ein Kommentar zu Garlascos Reaktion auf Mere Rhetoric (in Englisch). (Dieser Blog war es anscheinend auch, der die Meldung zuerst gebracht hat.)

Interessant ist, dass der Herr offensichtlich nicht einsehen will, warum sein Hobby vielleicht nicht ganz so normal und angebracht ist ...

Update: Die Nachricht hat jetzt auch Spiegel Online erreicht. Zudem schreibt Lila von Letters from Rungholt darüber (lesenswert).

Freitag, 11. September 2009

Der heutige Tag

Heute war ein laaaanger Tag.

Gestern Abend bin ich mit zwei Freundinnen (einer Schweizerin, die ich kürzlich kennen gelernt habe, und einer Israelin) ans Konzert von Erik Berman gegangen. Das war wirklich, wirklich toll, ich liebe die Musik von Erik Berman und die Show war super. Dabei bin ich im Voraus gewarnt worden, dass Erik kein Performer sei, bin dann aber überzeugt worden.

Entsprechend spät bin ich schlafen gegangen, um heute trotzdem relativ früh aufzustehen und nach Tel Aviv zu fahren.

Dort sind wir ein bisschen rumgekurvt und sind dann nach Jafo gefahren, wo ich etwas Tolles, Rotes für eine Freudin eingekauft habe (genau: eine Erdbeere). Danach haben wir einen Freund besucht, der eine Spielhalle für Kinder hatte, die er aber verkaufen musste. Wir sind da so in der verlassenen Halle rumspaziert und ich hab einen Aufkleber am Boden gefunden, auf dem stand "Iashavti al kruv" - "Ich habe auf Kohl (das Gemüse) gesessen". Keine Ahnung, was das soll, aber ich habe es unauffällig auf Shahafs Rollstuhl geklebt. Er fährt jetzt damit rum. :D

Auf dem Rückweg nach Haifa haben wir plötzlich eine riesige Rauchsäule in der Nähe von Hadera entdeckt. Als wir in die entsprechende Richtung gefahren sind, haben wir gesehen, dass rund um den Moshav Talmei El'azar die Bäume, das Gras, das Schilf, einfach alles brannte. Shahaf meinte, dass es wahrscheinlich Brandstiftung war, es sah so aus, als wäre das Feuer gleichzeitig an mehreren Stellen ausgebrochen.

Shahaf fragte mich dann, ob ich über die alte oder die neue Strasse zurück nach Haifa fahren wolle und ich entschied mich für die neue und schnellere Strasse. Leider erwies sich das als Trugschluss, kurz vor Zichron Ja'akov war ein ewig langer Stau, weil wohl irgendein Idiot sich (auf Grund zu hoher Geschwindigkeit) mit seinem Auto überschlagen hat. Das Auto lag da mit den Rädern nach oben auf der Strasse.

Kurz danach schalten wir die Nachrichten an: Katyushot wurden vom Süden Libanons auf den Norden Israels geschossen.

Immerhin: Die UNO verurteilt für einmal nicht einseitig Israel (weil Israel natürlich auf den Angriff reagiert hat), sagt aber trotzdem, dass sich beide Parteien zurückhalten sollen.

Wie gesagt: Ein langer Tag. Knapp drei Wochen noch bis zu meinem Rückflug ...

Sonntag, 30. August 2009

Sonderbericht: Schwedens schmutziges Geheimnis

Basiert das schwedische Lachs-Geheimnis auf einem schrecklichen Verbrechen gegen norwegische Dorfbewohner?

OSLO – Gravad lax – oder gebeizter Lachs – ist eines der bekanntesten Gerichte Skandinaviens. Die Vorbereitungen dazu sind einfach und schnell, die Zutaten überall identisch: Lachsfilets, Salz, Zucker, Öl und Kräuter.

Dennoch behaupten Lachskenner seit jeher, dass der schwedische gebeizte Lachs anders schmeckt als der Norwegische, Finnische oder der Dänische. „Die schwedische Sorte enthält eine leichte Spur einer Säure“, sagt der dänische Koch Richard Muller Holstrum. „Ich konnte allerdings die Herkunft nie bestimmen“.

Jedoch haben die intensiven Nachforschungen von Ynet zum ersten Mal ergeben, was die geheime Zutat in Schwedens gravad lax sein könnte. Der entsetzliche Fund deutet an, dass die Quelle eine Art von Pilz ist, welcher von den Füssen von unschuldigen norwegischen Fischern entfernt wird.

Horror im Dorf
Arnolf Lillehammer, ein Bewohner des norwegischen Dorfes Idiben, nahe der schwedischen Grenze, kann den Augenblick nicht vergessen, als er seinen Vater zum letzten Mal lebendig sah. „Es passierte kurz vor dem letzten Sommer“, erzählt Arnolf. „Der See begann zu zufrieren, und Dad ging nachmittags raus, um zu fischen. Er fragte mich, ob ich ihm helfen würde, die Fische zu säubern, sobald er zurück kam. Nach drei Stunden begannen wir uns Sorgen zu machen. Am nächsten Tag, als wir sein Boot fanden, realisierten wir, dass etwas Schreckliches geschehen war.“

Drei Wochen später wurden Arnolfs Ängste durch puren Horror ersetzt. Der Körper seines Vaters wurde im Schnee vergraben entdeckt. Ohne Füsse.

Dies war jedoch nicht das einzige Verschwinden in der Umgebung. Tatsächlich sind einige Dutzende Fälle von verschwunden Fischermännern im Osten Norwegens registriert worden. Die Einwohner schrieben dies den harten Wintern zu: dichtes Schneegestöber liess die Hoffnung auf das Finden der Leichen schwindend klein werden. Das schreckliche Schicksal von Arnolf Lillehammers Vater, Videkon, bestätigte jedoch, dass dies eine weitaus unheimlichere Geschichte ist, als ursprünglich angenommen.

Der skurrile Todesfall wurde in den örtlichen Medien umfangreich beschrieben und die Polizei widmete sich in grossem Masse der Auflösung dieses Falles, aber Antworten wurden keine gefunden. Plötzlich erhielt die Familie Lillehammer unerwartet Hilfe. An einem schönen Sommertag klopfte ein Mann namens Bjorn B. (der vollständige Name ist dem Autoren bekannt) und stellte sich als ein Fahnenflüchtiger der schwedischen Armee vor.

Der Lachs-Krieg
Bjorn erzählte der erstaunten Familie, dass er als Geheimdienstmitarbeiter einer „Top Secret Einheit“ der Schwedischen Armee angehörte. Die Entdeckung verursachte schreckliche Gewissensbisse; als er zum ersten Mal von der schlimmen Tragödie der Familie Lillehammer hörte, wusste er, dass er unmöglich mit diesem Geheimnis leben konnte. Er musste es der Familie beichten.

In den 50er Jahren, so Bjorn, fielen die Exporte von schwedischem gebeiztem Lachs ins Bodenlose, hauptsächlich wegen der wachsenden Konkurrenz von norwegischem Lachs. Schwedische Wisschenschafter führten geheime Experimente und Geschmacksprüfungen durch, und fanden endlich die geheime Zutat, welche dem schwedischen Lachs den letzten Schliff geben würde: Pro 100 Gramm Gravad Lax wurden 1 Gramm dieses speziellen Fusspilzes gebraucht.

Bewohner von Dörfern im östlichen Norwegen, welche ihre Socken während Monaten nicht wechseln, sind ein naheliegendes Ziel. Und so kam es, dass Schweden die „Strumpor Stinkande“ Elite-Einheit auf die Beine stellte, welche sicherstellt, dass die schwedische Lachsindustrie immer genügend Stinkfüsse zur Verfügung hat.

Selbstverständlich leugnen hochrangige schwedische Militärbeamte das Bestehen dieser Eliteeinheit. Doch Bjorn B.‘s Zeugnis wurde letzte Woche im norwegischen Dorf Durknhart bestärkt. Ein Junge, der am Fluss entlang ging, fand ein Stück Metall, ähnlich einer Anstecknadel einer militärischen Einheit, welches ein unmissverständliches Zeichen zeigte – einen Socken flankiert von zwei Flügeln.

Nun kann nur noch abgewartet werden, ob der Internationale Gerichtshof in Den Haag die Herausforderung annehmen wird, und eine Untersuchung über diesen brutalen Akt der Schweden am norwegischen Volk einleiten wird.

Antwort des Schwedischen Aussenministeriums
Wir sind erstaunt, über diesen haltlosen anti-schwedischen Bericht und erwarten, dass die Israelische Regierung diesen Bericht aufs Schärfste kritisieren wird. Das Nichtvorhandensein jeglicher Verurteilung erinnert an die klägliche Antwort der Regierung Ben Gurions auf die Ermordung des schwedischen Grafen Folke Bernadotte in Jerusalem im Jahr 1948.

Bemerkung: Der Autor dieses Berichts ist ein erfundener Enthüllungsjournalist: die oben beschriebene Enthüllung ist nutzlos, genauso wie der schwedische Bericht, der letzte Woche publiziert wurde.

Originaltext von Uria Asor, publiziert in Haaretz am 24. August 2009. Link.

Übersetzt dankenswerterweise von Schwester Porto.

Samstag, 29. August 2009

Maccabi Haifa ist ja in der Champions League

Hier die wichtigen Daten:

15. September 2009
Maccabi Haifa -:- FC Bayern München Ramat Gan-Stadion
Juventus Turin -:- Girondins Bordeaux Olympiastadion Turin

30. September 2009
FC Bayern München -:- Juventus Turin Fußball Arena München
Girondins Bordeaux -:- Maccabi Haifa Stade Chaban-Delmas

21. Oktober 2009
Girondins Bordeaux -:- FC Bayern München Stade Chaban-Delmas
Juventus Turin -:- Maccabi Haifa Olympiastadion Turin

3. November 2009
FC Bayern München -:- Girondins Bordeaux Fußball Arena München
Maccabi Haifa -:- Juventus Turin Ramat Gan-Stadion

25. November 2009
Girondins Bordeaux -:- Juventus Turin Stade Chaban-Delmas
FC Bayern München -:- Maccabi Haifa Fußball Arena München

8. Dezember 2009
Juventus Turin -:- FC Bayern München Olympiastadion Turin
Maccabi Haifa -:- Girondins Bordeaux Ramat Gan-Stadion

Alle Angaben ohne Gewähr. ;-) Quelle: Wiki.

Mittwoch, 26. August 2009

Updates zum angeblichen Organklau

Ein paar weiterführende Links zu dem Artikel über den angeblichen Organklau der israelischen Armee:

Ein Artikel des Kölner Stadtanzeigers, der unter anderem die Vorgeschichte bezüglich Antisemitismus und -zionismus in Schweden und die Auswirkungen des Artikels aufzeigt. (Via Nach der Wahrheit graben, wo übrigens mehrere lesenswerte Blogeinträge zu dem Thema eingestellt wurden.)

Auch Lila von Letters from Rungholt ist wegen der erschreckenden Geschichte wieder ins aktive Blogleben eingestiegen und schreibt über "Die Stirn bieten".

Lizas Welt schreibt von altem Wein in neuen Schläuchen.

Interessant ist übrigens, dass sich nicht einmal die palästinensische Familie, die von dem schwedischen Journalisten als angebliche Zeugen für den mehr als 15 Jahre zurückliegenden Vorfall angeführt werden, daran erinnern können, mit den Journalisten gesprochen zu haben und seine Geschichte auch nicht bestätigen können. Dies berichtet die Jerusalem Post.

Samstag, 22. August 2009

Erleichterungen während Ramadan

Entspricht dies dem üblichen Bild von Israel? Und: Wird es diese Nachricht auch in die Medien in Europa schaffen?

Unter dem Titel "Soldaten werden nicht in Anwesenheit von Palästinensern essen" berichtete Ynet diese Woche:

Verteidungsminister Ehud Barak und der Chief of Staff der IDF, Gabi Ashkenazi, haben eine Reihe von Erleichterungen für die palästinensische Bevölkerung während des Fastenmonats Ramadan, welcher am Samstag beginnt, beschlossen.

Die Soldaten wurden angewiesen, die Bevölkerung respektvoll zu behandeln und so weit wie möglich vom Essen, Trinken und Rauchen in der Öffentlichkeit abzusehen, vor allem an Grenzübergängen und während der Fastzeiten [von Sonnenauf- bis untergang].

Gemäss der IDF sind die Erleichterungen Teil einer Politik, die zum Ziel hat, das Leben der Bevölkerung der Westbank zu verbessern. Während des Ramadans werden die Öffnungszeiten der Grenzübergänge, welche zu den Städten Jenin und Ramallah führen, täglich bis Mitternacht verlängert. Die restlichen Checkpoints werden - wie üblich - 24 Stunden operieren.

Zusätzlich wird es israelischen Arabern [Israelis dürfen normalerweise - aus Sicherheitsgründen - nicht in die besetzten Gebiete gehen] erlaubt sein, durch den Salem Übergang zwischen 9 und 11 Uhr morgens nach Jenin zu gehen und Jenin zwischen 16 und 22 Uhr zu verlassen, dies täglich ausser Freitags.

Israelischen Arabern wird es auch erlaubt sein, über den Rachel Übergang nach Bethlehem zu gehen und dort ihre Familienangehörigen zu besuchen. Palästinensische Familien, welche Verwandte in Israel haben, können Besuchvisa für eine Woche bekommen.


Den vollen Artikel (auf Englisch) gibt es hier.

Übersetzung und Anmerkungen in Klammern von mir.

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